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Sand - Teil 6 (1. Entwurf)

Mit einem Fauchen erhob sich der Sand vom Boden und der Schräge unterhalb der Deckenspalte, wirbelte um sie herum und vernebelte ihre Sicht fast gänzlich. Mehr und mehr der feinen, scheinbar mehrere Meter hoch aufgetürmten Körner wurde aus der Masse gerissen die den Boden unter ihren Füßen bildete und ließ sie ruckartig tiefer sinken. Schnell deaktivierte er den Feldgenerator und schlagartig endete der kleine, künstlich erschaffene Sandsturm um sie herum. Wie feiner, goldfarbener Regen fiel der Sand mit einem raschelnden Geräusch zu Boden und gab die Sicht auf das Zwielicht der langgezogenen, durch mehrere Deckenspalten erhellten Halle frei.

Auch wenn das Überdruckfeld sie vor den Auswirkungen der Sandwehen geschützt hatte, so waren sie doch in den letzten Stunden den gnadenlosen Strahlen der Sonne ausgesetzt gewesen, die durch kein Lüftchen gemindert auf sie herab gebrannt hatten. Obwohl die Temperaturen im Inneren der Struktur noch immer hoch waren, so standen sie doch in keinem Vergleich mit der unbarmherzigen Hitze der offenen Steppe die Gott ihnen in seiner grenzenlosen Güte zur Sühne ihre Verfehlungen geschenkt hatte. Der Anführer der Gotteskrieger befestigte den länglichen Feldgenerator an dem einfachen Hanfstrick der ihm als Gürtel diente, schlug die große Kapuze seiner Kutte zurück und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Seine Haare waren kahlgeschoren, so dass die zahllosen vernarbten Schnitte auf seiner Kopfhaut gut zu sehen waren, die er sich in den Jahren der Kasteiung als Zeichen der Demut und zur Überwindung der jeden Menschen heimsuchenden, teuflischen Triebe zugefügt hatte.

Er wechselte die Vibroklinge in die rechte Hand und zog mit der Linken den kleinen, schmucklosen Bioscanner aus der Tasche seiner Kleidung hervor, aktivierte ihn und ließ die verabscheute, in vielen Fällen jedoch bedauerlicherweise nötige Technik ihre unheilvolle, kaum nachvollziehbare Arbeit verrichten. Innerhalb von Sekundenbruchteilen erschienen drei kleine Punkte direkt im Zentrum des farbigen Displays, unterlegt mit schnell wechselnden Zahlen und Abkürzungen die detaillierte Biodaten über die ermittelten Ziele wiedergaben. Einen kurzen Moment später erschien ein grüner Pfeil am Rande der Anzeige, ein weiteres Lebenszeichen, das jedoch nicht so detailliert erfasst werden konnte wie die der drei Geistlichen selbst, die sich innerhalb der Kurzreichweite des Gerätes befanden. Lediglich oberflächliche Daten hatte das Gerät ermittelt, die jedoch für ihre Zwecke mehr als Ausreichend waren. Eine Frau, weniger als 200 Meter entfernt, stationär und offensichtlich mit ungewöhnlich niedriger Körpertemperatur.

Auf seinen Wink hin setzten sie sich in Bewegung, schnellen Schrittes folgten sie den Weisungen der fortschrittlichen Technik deren Einsatz ihm vom ganzen Herzen zuwider war und hoffte dass es noch nicht zu spät war, die Seele der bedauernswerten Ketzerin zu retten. Dass sie sich nicht bewegte und scheinbar trotz der warmen Umgebung so stark unterkühlt war, ließ das Schlimmste Vermuten. Und der Tod konnte sie nicht von ihren Sünden befreien, nicht bevor die Reinigung ihres Geistes vollzogen war. Eilig rannten sie durch breite, beinahe erschreckend sandfreie Gänge, das einzige Licht das ihnen den Weg erhellte war der kalte, breitgefächerte Schein der Richtstrahllampen auf den schweren Schrapnellgewehren seiner beiden Begleiter. Das Ziel, über das immer mehr und für den Geistlichen kaum zu deutende Biowerte über den Display des Scanners flackerten blieb bewegungslos und die Entfernungsanzeige schrumpfte zusehends, wahrscheinlich war die Frau ohne Bewusstsein oder lag gar bereits im Sterben.

Sie erreichten einen, im Vergleich zu anderen, bereits durchquerten, einen eher schmalen Raum dessen Muster aus Licht und Schatten, das von den Strahlen der sich langsam senkenden Sonne durch die Dutzenden von quadratischen Öffnungen geworfen wurde, an ein langgestrecktes Schachbrettmuster erinnerte. Eine Reihe von beckenartigen Vertiefungen säumte das Zentrum des Raumes, die teilweise durch den Sand der sich in riesigen Bergen unter jeder der Deckenaussparungen erhob gefüllt. Wahrscheinlich war dieser Raum ehemals ein Teil des Uranaufbereitungsprozesses gewesen, von denen der Anführer der Gotteskrieger in jüngeren Jahren zahllose Bilder gesehen hatte. Als er sein Leben noch unter den Ungläubigen verbracht hatte, deren Gott eine unverständliche und den Menschen Fremd gewordene Technologie und deren Tempel ihre virtuelle Welten voller eingebildeter Vergnügungen und die lasterhaften Hurenhäuser geworden waren. Bevor er die Wahrheit und den offensichtlichen, einzig wahren Weg erkannt hatte.

Die Gestalt der Ketzerin ruhte am Hang eines der ausufernden Sandberge an der linken Seite der Halle, schon auf die Entfernung hinweg konnte man die Ausmaße der Schrapnellwunde sehen, die sie erlitten hatte. Die gesamte linke Seite ihre Tarnanzuges war blutgetränkt, so dass selbst die Teile die noch immer den Hintergrund des Sandes reflektierten und sie hätte verbergen sollen nutzlos geworden waren. Schnell rannten sie zu ihr und er gab einem seiner Begleiter ein Zeichen auf dass dieser seine Waffe beiseite legte und begann ihre Wunde und ihren Zustand zu überprüfen. Sie lag vollkommen regungslos da, die Augen geschlossen, eine Hand auf die blutige Wunde gepresst, die andere scheinbar vor Schmerzen in den Sand verkrallt. Der Bioscanner lieferte jetzt sehr detaillierte Daten der Frau und auch wenn er große Teile der Informationen nicht verstand, wunderte er sich über den Kontrast zwischen ihrer extrem niedrigen Körpertemperatur und ihrem stark beschleunigten Herzschlages. Konnte es sein dass…

Mit einer unglaublich schnell Bewegung fuhr sie auf, gerade als der Gotteskrieger seine Hand auf ihre Wunde gelegt hatte, ließ ihren bis gerade teilweise unter dem Sand verborgene Arm hervorschnellen und schlug den Stein der jetzt in ihrer Hand sichtbar wurde mit voller Wucht gegen die Seite seines Kopfes. Ein lautes Knacken ertönte und der Getroffene sank wie eine Puppe seitlich in sich zusammen. Sofort sprang die Ketzerin auf ihre Füße, den jetzt ebenfalls blutgetränkten Stein fest in ihrer Rechten und schnellte auf den zweiten seiner Begleiter zu, der seine Apathie überwand und in einer Bewegung die nur unbeutend aber entscheidend langsamer war als die Ihre das Schrapnellgewehr auf sie zu richten versuchte. Es jagte ihm einen eisigen Schauer über den Rücken als er ihre hasserfüllten Augen und das zu einer Grimasse voller Niedertracht verzerrte Gesicht sah, das eine grausige Entschlossenheit zeigte. Welche namenlosen Dämonen hatten sich der Seele und des Körpers dieser armen Kreatur bemächtigt, lenken ihre Bewegungen und ihr schändliches Tun?

Noch in der Bewegung ließ die Frau den Stein fallen und griff nach dem Schrapnellgewehr ihres Gegenübers, bevor er den Lauf auf ihren blutverschmierten Bauch hatte richten können. Ihre Besessenheit schien ihr eine übermenschliche Kraft zu verleihen, als sie mit seinem Untergebenen um die Waffen rang, ihm einen harten Tritt gegen das Bein versetzte und das Gewehr an sich riss. Er spürte die Vibration seiner Klinge als er sie noch in der Bewegung aktivierte und einen nur kurz ausgeholten, schnellen Streich ausführte. Die vibrierende Schneide traf ihr Gesicht, schnitt durch ihr rechtes Auge und drang ohne jeden Widerstand in den seitlichen Schädelknochen ein und wieder aus. Ihr Blut spritzte ihm ins Gesicht und perlte in kleinen Tropfen von der Klinge ab, deren Vibration ein Anhaften jeder Flüssigkeit verhinderte. Mit einem zunächst schrillen und dann keuchenden Schrei ließ sie das Schrapnellgewehr fallen, versuchte vergeblich mit den Händen den Schwall von Blut, der aus ihrer zerstörten Augenhöhle und der Seite ihres Kopfes drang zurückzuhalten und sank auf die Knie.

Der Verlust ihres Auges war unbedeutend, sie würde es für ihre Sühne nicht benötigen, vielleicht würde es ihr so gar leichter fallen sich auf das Wesentliche, die Reinigung ihrer Seele durch den Schmerz zu konzentrieren. Noch in ihrem Fall griff er in ihr kurzes, lästerlich gefärbtes Haar, riss ihren Kopf zurück und setzte die durch die ständige Vibration leicht summende Klinge nah an ihrem Hals. Ihr Gesicht, dass ihn jetzt schmerzverzerrt und voller Abscheu entgegenstarrte war entstellt, doch auch dass konnte ihr eine Hilfe sein, Schönheit war letztlich nur ein schneller Weg in die verderblichen Abgründe der Leidenschaft.

Sie schien sich nicht mehr wehren zu wollen, konnte das Summen der Vibroklinge ohne jeden Zweifel hören und hatte offensichtlich die Aussichtslosigkeit ihrer Lage erkannt. Er dreht sich zu seinem Untergeben um, der sich gerade wieder vom Boden erhob und nach seinem Schrapnellgewehr griff, als er eine Berührung an seinem Gürtel spürte. Verwunderte starrte er an sich herab und der aufsteigende Sand wirbelte ihm direkt in die Augen. Ein Inferno von wehendem Sand brach um ihn herum aus, der versuchte in seine Augen und seinen Mund zu dringen und sie scheinbar vollkommen umgab. Für einen kurzen Augenblick erfasst ihn Angst und die Überzeugung die Dämonen die sich dieser Frau bemächtigt hatten, wäre die Macht über den allgegenwärtigen Sand gegeben, bis ihm klar wurde wie töricht diese Annahme war.

Diese Sünderin hatte sich seines Feldgenerators bemächtigt, den er achtlos an seinem Gürtel getragen hatte. Immer mehr Sand schien ihn zu umgeben und der Boden unter seinen Füßen schien zu verschwinden, tiefer und tiefer versanken seine Beine in dem gleichzeitig verschwindenden Sand. Voller Wut stach er mit seiner Klinge nach Vorne, in die Undurchsichtigkeit des wehenden Sandes hinein, doch sie traf auf keinerlei Widerstand. Mehrfach hörte er das typische Kreischengeräusch eines der Schrapnellgewehre, dass scheinbar ebenso ins Blaue abgefeuert wurde. Stumm fluchend und sich selbst für diese Lästerlichkeit maßregelnd sank er auf die Knie und versuchte den Feldgenerator mit den Händen zu ergreifen, der offensichtlich schneller im zunehmend verdrängten Sand verschwand als er den Sand um sich herum verdrängte. Die Augen und den Mund fest zusammen gekniffen griff er wieder und wieder ins Leere, bis er endlich den harten Stein unter seinen Händen und Knien zu spüren begann. Vorsichtig öffnete er die Augen wieder und sah wie der letzte Sand auf dem sie vor kurzen noch gestanden hatten in alle Richtungen vor ihm zurückwich.

Er hob den jetzt offen sichtbaren Feldgenerator vom Boden auf, deaktivierte ihn und betrachtete die in sich zusammenfallende Mauer aus Sand um sich herum. Sein unversehrter Begleiter richtete sich mit dem angelegten Schrapnellgewehr auf und sah sich noch mit vorsichtig zusammengekniffenen Augen um. Sein anderer Untergebener lag mit gebrochenem Schädel auf dem harten, jetzt sandbefreiten Boden. Von der Ketzerin war nichts mehr zu sehen. Gott hatte sie für ihren Hochmut und ihre Achtlosigkeit gestraft und einer von ihnen hatte dafür den verdienten Tod erlitten. Und die bedauerliche Seele der Frau war mit einer weiteren Todsünde besudelt worden. Ein zweites Mal würde sie diese, zweifellos besessene Frau nicht unterschätzen.

Er deaktivierte die Vibroklinge, steckte sie in seine Kutte zurück und hob das zweite Schrapnellgewehr vom Boden auf. Der Bioscanner zeigte eine sich nicht allzu schnell entfernende, offensichtlich humpelnde Frau an. Doch offensichtlich wären sie nicht einmal mehr auf den Scanner angewiesen. Nach wenigen Metern begann eine mehr als deutlich sichtbare Blutspur die aus dem Raum hinaus in einen der langen, schachtartigen Gänge führte. Offensichtlich hatte Gott den Arm seines Begleiters geführt und eine der Schüsse aus dem Schrapnellgewehr hatten sie nicht verfehlt.


… to be continued …

current mood


18.2.09 05:01
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



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