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Sand - Teil 4 (1. Entwurf)

Vor ihnen endeten die bizarren, durch Jahrzehnte währende Sandstürme abgeschliffenen Felsformationen abrupt, die durch eine künstliche Natur erschaffenen, steinernen Wächter wichen zurück und gaben den Blick auf eine glatte, durch das Überdruckfeld von Sand befreite Plastbetonstruktur frei. Dem modernen Baustoff hatten selbst die nachts auf eine Geschwindigkeit von mehrere Hundert Stundenkilometern beschleunigten Sandkörner Nichts anhaben können, selbst in zahllosen Jahrtausenden, wenn nach Gottes Willen sämtliches Leben auf dieser und anderen Welten zu Staub zermahlen und in alle Winde zerstreut worden war, würde die triste Geometrie des Menschen als Zeuge seiner kurzen Anwesenheit überdauern.

Der Anführer schob den Regler des Feldgenerators, der wie die moderne Variante eines königlichen Zepters wirkte nach oben und der erhöhte Energieausstoß machte sich durch eine hellen, summenden Ton bemerkbar, der nur schwach durch das Fauchen der sie umgebenden Sandwehen drang. Die Sicht im Inneren des Überdruckfeldes verschwamm für einen kurzen Augenblick als es sich ausdehnte und an die aus zahllosen kleinen Wirbeln bestehende Wand aus Sand prallte, die es umgab. Einer sich auftürmenden Welle gleich schoss der Sand in die Höhe, wurde weiter und weiter fortgedrückt und fiel letztlich wieder in einem Chaos aus Strudeln in sich zusammen. Nach wenigen Sekunden nahm die beinahe massiv wirkende Wand aus Sandwirbeln wieder ihre von Schlieren durchzogene, nahezu undurchsichtige Form an, nur dass sie jetzt fast 20 ehrfürchtige Meter von den drei Gestalten im Inneren des Feldes zurückgewichen war. Jetzt da das ständige Fauchen des Sandes in größrer Ferne lag, konnte das pulsierende Summen des Feldgenerators deutlich vernommen werden. Der Energieaufwand für ein Feld dieser Größe war enorm und der Anführer der Gotteskrieger wusste, dass er diese Intensität nicht lange aufrecht erhalten konnte, wollte er die Energiezellen nicht vorzeitig erschöpfen.

Er ließ seinen Blick über die graue, frei gewehte Gebäudestruktur gleiten, die fast nahtlos an die unregelmäßigen Felsen anschloss und zu denen sie einen unpassend erscheinenden Kontrast bildete. Die vollständig ebene Fläche erstreckte sich in alle Richtungen vor ihnen und wirkte wie eine von Riesen im Auftrag blasphemischer Götter asphaltierte Strasse. Die Einförmigkeit und gnadenlose Symmetrie der Plastbetonlandschaft vor ihnen wirkte Falsch und Deplaziert, wie ein gewaltsamer Stilbruch inmitten der unbarmherzigen und rauen Natur. Wobei die Natur dieser Welt im Grunde ebenso Falsch und vom Menschen geschaffen worden war, wie die fugenlose Steinwüste über die sie jetzt ihre Schritte lenkten.

Die Betonstruktur wirkte vollkommen zeitlos, konnte jedoch nicht länger als wenige Jahrzehnte verlassen und eine ebenso kurze Zeitperiode genutzt worden sein. Der gesamte Uranabbau, der Grund aus dem die frevelhafte Reise zu dieser Welt, ihre ketzerische Terraformung und gottlose Besiedelung durchgeführt wurde, hatte sich als verdientes Desaster entpuppt. Die Expertisen der sogenannten Wissenschaftler und die Prognosen der närrischen Konzernexperten die ein wirtschaftliches Paradies vorhergesagt hatten, waren Falsch gewesen. Und Alle, die ihrer Lügenpropaganda von Reichtum und Wohlstand Glauben geschenkt hatten, Alle die sich in ihrer Selbstsucht von Gott abgewandt hatten und von den Verleitungen des Leibhaftigen hierher geführt worden waren, hatten ihre verdiente Strafe erhalten. Sie waren den falschen Propheten gefolgt, hatten sich den Lehren und Weisungen Gottes widersetzt und nur ein Leben in Reinheit und Reue in einer von ihnen selbst erschaffenen Hölle konnte ihnen Sühne bringen. Ebenso wie ihren Kinder, die die Sünden ihrer Väter und Mütter geerbt hatten.

Bereits nach weniger als einer Minute, die sie über die immer gleiche Eintönigkeit des Plastbetons schritten, offenbarten sich große, rechteckige Spalten in der Oberfläche der Struktur. Als sie in Sicht kamen wirkte es fast so, als würde Rauch aus den Öffnungen aufsteigen, doch es war nur die Wirkung des Überdruckfeldes, die Sand aus der Tiefe hervorwirbelte als es versuchte ihn zurückzudrängen. Einer seiner niederen Begleiter, denen das Sprechen untersagt war auf dass sie Demut erlernten und kein sündhafter Ausspruch jemals über ihre Lippen kommen konnte, räusperte sich und deutete mit der geteilten Mündung seines Schrapnellgewehres auf etwas Kleines, dass jetzt hinter dem ehrfürchtig zurückweichenden Sand in Sicht kam. Erst als sie näher kamen, offenbarte sich die Natur des kleinen, länglichen Gegenstandes der scheinbar achtlos am Rand eines der großen, rechteckigen Öffnungen lag.

Es war eine schmucklose, fast schon zierliche Pistole, mit langem Magazingriff, vollkommen in schwarzem Plastik gehalten. Wahrscheinlich eine Gausspistole in deren Inneren hocheffiziente Elektromagnetspulen zur Beschleunigung nadelgroßer Hochgeschwindigkeitsgeschosse verwendet wurden. Es war eine Waffe zum Töten, so klein und einfach zu verbergen, dass sie ideal für einen Dieb oder Attentäter sein musste. Fraglos die Waffen eines Feiglings und Sünders, die Waffe der Ketzerin. Da er wusste, dass gerade die modernen Ausführungen solcher heimtückischen Waffen oftmals Kontaktsicherungen besaßen, wies er seinen Begleiter zu Linken an, er möge die Waffe aufnehmen. Ohne zu zögern tat er wie ihm gesagt worden war, er nahm die Plastikpistole vom Boden auf, drehte und untersuchte sie oberflächlich und überreichte sie dann demütigst seinem Anführer. Sie war sehr viel leichter als man bei ihrem Anblick erwartet hatte und nach kurzem, abfälligen Betrachten der Waffe ließ er sie im der weiten Seitentasche seiner Leinenrobe verschwinden.

Ein neuerliches Zeichen des Herrn, er wies ihnen nicht nur den Weg, er entwaffnete sogar ihre Feinde. Ohne einen Feldgenerator zum Erzeugen eines Überdruckfeldes, dessen Nutzung er mit seinem unter der Kleidung verborgenem Resonanzscanner auch über große Entfernung hinweg hätte wahrnehmen müssen, hatte die Frevlerin kaum eine andere Chance als den Schutz der verlassenen Struktur aufzusuchen. Es war ohnehin bemerkenswert, gerade für eine Gottlose, so viele Stunden unter den harten Bedingungen der Steppe überlebt zu haben und diesen Ort lebendig erreicht zu haben. Doch im Inneren der alten Minen- und Aufbereitungsanlage würden weder die gnadenlosen Strahlen der Sonne noch die immer stärkeren Sandwehen die Effizienz ihrer Bioscanner stören. Auf seinen Wink hin glitten seine Untergebenen zusammen mit ihm in die Spalte hinab. Schon bald würde die Flucht der Ketzerin ein Ende gefunden haben und der armen, verleiteten Seele konnte Gerechtigkeit widerfahren.


Teil 5

current mood

16.2.09 03:50
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



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