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Sand - Teil 2 (1. Entwurf)

Drei Heiligen gleich bewegten sich die Gotteskrieger über die verdorrte Felslandschaft, die sichtraubenden Sandwehen teilten sich respektvoll vor ihren Schritten, wichen ehrfürchtig vor ihnen zurück um sich wenige Meter hinter ihnen in zahllosen kleinen Wirbeln wieder zu verbinden. Die gnadenlosen Strahlen der roten Sonne und die Schwingungen des Überdruckfeldes, das den Sand zurückdrängte und in seine Schranken verwies, erzeugten ein so starkes Hitzeflimmern über dem Boden um sie herum, dass die in den einfachen grauen Kutten gekleideten Gestalten einem Beobachter verschwommen und unscharf erscheinen würden, ihnen zugleich jedoch ein beinahe prophetisches Auftreten verliehen. Die einfache Leinenkutten deren tiefe, ins Gesicht hängenden Kapuzen ihre Gesichter fast gänzlich verbargen, die groben Hanfseile die ihnen als Gürtel dienten und die offenen Sandalen die sie trugen standen im extremen Kontrast zu den martialisch anmutenden Schrapnellgewehren die zwei von ihnen in Händen hielten und dem länglichen Feldgenerator, mit dem der Dritte den Sand vor ihnen teilte.

Die harten, unter der Kapuze des Anführers verborgenen Augen glitten langsam und aufmerksam über die kargen Felsen und die von der Sonne verbrannte Steppe, die ihnen die zurückweichenden Sandwehen offenbarten. Die Sicht endete jedoch einige Meter um sie herum gänzlich, da sich am Rande des Überdruckfeldes zahllose kleine Sandwirbel bildeten, als sei der Sand unschlüssig in welche Richtung er jetzt wehen sollte, wo ihm seine ursprüngliche Wunschrichtung verwehrt blieb und er Stück für Stück von einer unsichtbaren Kraft zurückgedrängt wurde. Kein noch so kleines Detail entging seinem scharfen Blick, doch gab es außer dem zerfurchtetem Boden, den von den nächtlichen Sandstürmen glatt geschliffenen und grotesk anmutenden Felsformationen, sowie dem herumliegendem Geröll nichts Interessantes zu erblicken. Sämtliche Spuren, die die Flüchtige hinterlassen haben könnte wären von dem allgegenwärtigen Wind längst verweht worden, spätestens der Druck der ozongeschwängerten Luftblase, in deren Mitte sie sich im Gleichschritt bewegten, hätte sie verwischt.

Dennoch hatte der Anführer keinen Zweifel daran, dass die Ketzerin gefunden werden würde. Entweder von ihnen oder von einem der anderen Suchtrupps die der Kardinal ausgesandt hatte. Gott war auf ihrer Seite und wer wahren Glaubens und reinen Herzens ist, wird die Prüfungen die man ihm auferlegt bestehen. Und diese Frau würde für den Frevel den sie begangen hatte bezahlen. Ein Tod in der Steppe, wo die nächtlichen Stürme ihr das Fleisch von ihrem unkeuschen Körper reißen und ihre bis ins Mark verdorbenen Knochen zermahlen, wo sie eins mit dem Sand werden würde, war bei Weitem zu gut für sie. Nur die Reinheit des reinigenden Schmerzes konnte ihre verkommen Seele noch retten, sollte zugleich ihre Bestrafung wie die Erlösung für ihre Sünden sein. Ihr Schicksal und das der anderen Ungläubigen, die sie bei ihrer frevelhaften Tat unterstützt hatten, würden zu einem Mahnmal des Glaubens und zu einem Exempel für Alle werden, die seine göttlichen Gesetze missachteten und seinen heiligen Boden besudelten.

Er spürte wie ihn ein unbändiger Zorn zu erfassen drohte und schnell tadelte er sich selbst in Gedanken und versuchte seinen Geist von den niederen Gefühlen zu befreien, die danach trachteten sein Denken und seine unsterbliche Seele zu vergiften. Wut oder gar Hass waren Verleitungen des Leibhaftigen, versuchten seine Reinheit zu besudeln und seinen Glauben ins Wanken zu bringen. Er besann sich auf die Lehren und Verheißungen Gottes und drängte die Einflüsterungen des Teufels zurück, zerstreute sie in alle Winde wie das Überdruckfeld den Sand. Diese Frau verdiente seinen Zorn nicht, sie verdiente sein Mitleid. Kein Mitleid für die gerechte Bestrafung und der schmerzerfüllten Zukunft die sie erwarten würde, sondern Mitleid für die Schwäche ihres sündhaften Geistes, für die teuflischen Verlockungen denen sie erlegen war und ihre Unfähigkeit Gottes Reinheit und Wohlwollen zu erkennen. Sie waren hier um diese Ketzerin zu erretten. Sie und ihre unsterbliche Seele, im Namen Gottes.

Als wäre die Reinheit seines Geistes für die Schärfe seiner Augen erforderlich gewesen, fiel sein Blick auf eine winzige Unregelmäßigkeit in der von Gelb- und Orangetönen gänzlich dominierten Felslandschaft. Schlagartig änderte er die Richtung und mit weit ausholenden Schritten marschierte er zu der kaum wahrnehmbaren Kleinigkeit, die seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Wortlos folgten seine stummen Begleiter, auf deren sichtbaren Teil ihrer Gesichter sicht nicht die geringste Regung auszumachen war seinem Weg. Neben seinem Ziel ließ er sich mit einem Knie auf den heißen Boden herab und betrachtete seinen Fund. Es waren die Überreste eines Skorpions, einer niederen, gänzlich gottlosen Kreatur. Das schwarze Tier war zerquetscht worden, sein Inneres teilweise herausgequollen. Die Sonneneinstrahlung hatte die die weiche Masse an der gebrochenen Panzerung und dem Erdboden festgebacken, was zweifellos der Grund gewesen war, das ihr Überdruckfeld die Überreste des unwürdigen Lebewesens nicht mit dem Sand fortgeweht hatte.

Zweifellos ein Zeichen Gottes, der die Schritte der Ketzerin ausgerechnet auf die gottlose Kreatur gelenkt hatte um so eine deutlich sichtbare Spur zu hinterlassen und ihnen den Weg zu weisen. Er richtete den Blick gen Himmel, so dass sein bärtiges, hart geschnittenes Gesicht unter der Kapuze sichtbar wurde und sprach in Gedanken ein schnelles Dankgebet. Er gab seinen Begleitern ein Zeichen und zog eine längliche Vibroklinge unter seiner Kutte hervor. Sie waren auf dem richtigen Weg.


Teil 3

current mood

12.2.09 04:58
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



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