Startseite
    DJ
    Fragmente
    BNCDR
    Phobien
    Ekros Bibelstunden
    Geistiges Erbrechen
    Wunder der Magie
    Nutzloses Wissen
    Wahrheiten
    Netztrauma
    Testsektion
    Zitate
    Videos
   
  Links
 
  Haftungshinweis















www.ekros.de


Kostenloser Counter


https://myblog.de/ekros

Gratis bloggen bei
myblog.de





Unbedeutendes Fragment Nr. 3 (1. Entwurf)

Der Aufschlag erzeugte einen kurzen Klangteppich, der sich aus den Geräuschen splitternden Sicherheitsglases, sich schlagartig verbiegendem Leichtmetalls, berstender Knochen und aufplatzender Körperteile zusammensetzte und der ihn in gewisser Hinsicht an die Samples erinnerte, mit denen immer mehr der Industrialtracks einer stagnierenden Partyszene zu beginnen pflegten. Wo sonst jedoch ein harter Bass, einige sinnlose, sich wiederholende Spracheinspielungen und vor Allem ein ohrenbetäubender Krach gefolgt hätten, trat hier ein gegenteiliger Effekt ein. Das laute und ausgelassene Treiben der zahllosen Menschen um ihn herum, ihr Lachen, ihr lautes Rufen, die Beleidigungen und die sich zunehmend zu einem Straßenkampf entwickelnde Streitigkeiten verstummten schlagartig und für einen kurzen Moment waren die schrillen, altertümlich klingenden Töne der Alarmanlage des geschädigten Sportwagens die einzigen hörbaren Geräusche. Bis das zu erwartende Kreischen begann.

Die Menschenmasse, die sich scheinbar ziellos durch die breite Häuserschlucht der uniformen Wohntürme drängte, reagierte gewohnt in ihrer berechenbaren Unberechenbarkeit. Einige schrien, wendeten sich von dem grauenhaften Bild ab, auf das die unerwarteten Töne ihre Aufmerksamkeit gezogen hatte oder rannten gar panisch und scheinbar um ihr eigenes Dasein bangend davon. Andere verharrten regungslos, starrten geschockt und mit offenstehenden Mündern auf die, trotz ihrer zunehmend vorkommenden Häufigkeit noch immer ungewohnte Szene und schlugen teilweise mit nahezu theatralischem Gehabe die Hände über dem Kopf zusammen. Einige hoben den Blick gen Himmel, als erwarteten sie dass weitere Körper durch die ewige Dunstglocke fallen würden, die sich Hunderte von Metern über ihnen zwischen den verspiegelten Gebäudefassaden erstreckte und durch die aufgehende Sonne in ein Kunstwerk von unzähligen Orangetönen verwandelt wurde. Es war ein Tag wie jeder Andere, doch das Mädchen hatte scheinbar entschieden dass es ein guter Tag zum Sterben war.

Er bahnte sich einen Weg durch die zu bewegungslosen Statuen mutierten Menschen, die in einem unregelmäßigen Halbkreis um das noch immer lärmende Zentrum der Autoalarmanlage standen und nicht fähig schienen ihre kreidebleichen und entsetzten Gesichter abzuwenden. Die apathischen Beobachter, die in einem beinahe ehrfürchtigen Abstand um das Zentrum des Geschehens verteilt standen, die an eine in Vergessenheit geratene Heiligenverehrung erinnerte, waren so auf das sie erschreckende Bild fixiert, dass sie nichts Anderes um sich herum wahrzunehmen schienen. Selbst seine Berührungen, seine Hände mit denen er sie sanft aber bestimmt beiseite schob, spürten sie offensichtlich nicht, nur wenn er ihnen durch seine Anwesenheit ihre direkte Sichtlinie nahm, kehrte das Leben kurz in sie zurück und die magnetische Anziehungskraft der grauenhaften Szene veranlasste sie zu hektischen Kopfbewegungen und dem Recken ihrer Hälse.

Der Körper des Mädchens war auf der vorderen Hälfte des schnittigen Sportwagens aufgeschlagen und hatte durch die Wucht des freien Falls, aus einer wahrscheinlichen Höhe von mehr als einem Kilometer, eine tiefe Einbuchtung in die Motorhaube geschmettert aus deren Rändern jetzt verbogene und scharfkantig wirkende Metallstreben herausragten. Ihr Kopf hatte das Sicherheitsglas der Windschutzscheibe eingedrückt und in ein unregelmäßiges Spinnennetzmuster aus Scherben und Blut verwandelt. Sowohl die Arme wie auch die Beine der bedauernswerten Gestalt wirkten wie blutige und in unmöglicher, nahezu grotesker Haltung vom Körper abstehende Äste eines Baumes, der nur noch in den Erinnerungen älterer Menschen oder den Bildarchiven des Netzes zu finden war. Sie waren durch den Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde zerschmettert, aufgeplatzt und an zahllosen Stellen bohrten sich kleinere und größere Splitter ihrer Knochen durch die blutgetränkte Haut, auf der nur noch an wenigen Stellen die Reste von vielleicht einmal künstlerisch wertvollen Tätowierungen zu erahnen waren. Eine der Hände mit den langen, schwarz lackierten Fingernägeln stand in verstörendem, fast bittenden Winkel nach oben ab und die geöffnete Handfläche wirkte als sollte man etwas Passendes hineinlegen. Sie trug nur noch einen der glänzenden High-Heels, der so hoch war dass man sich fragte wie sie überhaupt fähig gewesen sein mochte, auf ihnen zu laufen. Wo der Andere war, würde vielleicht niemals Jemand erfahren.

Das Mädchen trug ein kurzes Latexvideokleid, das den wahrscheinlich grauenhaften Anblick ihres geborstenen Oberkörpers verbarg und nicht müde wurde eine Bildfolge von ständig wechselnden, in Blau- und Grautönen gehaltenen Explosionen darzustellen, die ihre blutige Gestalt in ein zweifarbiges Spiel aus Licht und Schatten tauchte. Das enganliegende und wasserdichte Kleidungsstück war selbst bis auf wenige Spritzer vollkommen frei von Blut, wirkte jedoch wie eine unerschöpfliche Quelle für die kleinen und langsam fließenden roten Bäche die darunter hervortraten, ihren Weg über die schwarze Motorhaube suchten und sich in kleinen, tröpfelnden Wasserfällen über die Stoßstange auf die Plastbetonstrasse ergossen um sich dort in kleinen Seen zu sammeln.

Der Hinterkopf des Mädchens war durch den rückwärtigen Sturz auf die, offensichtlich zu Unrecht als stoßsicher angepriesene Windschutzscheibe zerborsten und hatte einen trichterförmigen, auf makabere Weise an ein psychologisch tiefgründiges Tintenklecksbild erinnerndes Bildnis aus Blut und Hirnmasse darüber hinterlassen. Der in einzelnen Rinnsalen aus dem Schädel austretende Lebenssaft verdunkelte zunehmend Teile ihres hellblauen und zu einem seltsamen Wirrwarr aus Locken und geflochtenen Zöpfen verunstalteten Haares und lief an den Seiten ihres hübschen und wie durch ein Wunder größtenteils unversehrten Gesichtes entlang. Der helle, unglaublich ebenmäßige Teint ihrer Haut und die wunderschönen, fast puppenhaften Gesichtszüge suggerierten ein Gefühl der Unschuld und der beschützenswerten Zerbrechlichkeit, auch wenn offensichtlich war dass Beides ein Resultat aus kosmetischen Produkten und der allgegenwärtigen plastischen Chirurgie waren. Ihre großen, durch einen zackigen Kranz dunklen Make-ups umgeben Augen strahlten in dem unnatürlichen, bläulichen Glanz ihrer Kontaktlinsen, die ihnen ein die Wirklichkeit Lügen strafendes, lebendiges Aussehen verliehen. Über ihre breiten, leicht geöffneten und blau geschminkten Lippen und aus den aufgeplatzten Stellen unter ihrem schmalen Kinn floss dünnflüssiges und verwässert wirkendes Blut, über ihren Hals und in das tiefe Tal zwischen ihren großen, nur spärlich durch ihr Kleid bedeckten und zweifellos unechten Brüste hinab.

Das Mädchen, das selbst in diesem Zustand noch Lebensfreude auszustrahlen schien und auf eine kranke Art und Weise noch immer begehrenswert wirkte, konnte nicht viel älter als Anfang oder vielleicht Mitte Zwanzig sein, ein Alter in dem man Alles zu wissen glaubte und es im Grunde nichts wirklich Neues mehr zu lernen gab. Sie konnte aufgrund ihrer extrovertierten Kleidung und ihres, sich von der Norm abheben wollenden Äußeren, unmöglich in eine der zahllosen, und sich immer mehr und in unübersichtlicher Weise überschneidenden Subkulturen oder Musikrichtungen zugeordnet werden. Sie hatte wahrscheinlich Zeit ihres Lebens versucht sich von gegebenen Klassifizierungen, Schubladen und Zuordnungen aller Art zu distanzieren, Eigenständig und nur sie selbst zu sein. Und war gerade deshalb so geworden wie die meisten Anderen auch. Doch sie hatte den Tod gewählt und lag mit verrenkten Gliedern in einem Teppich ihres eigenen Blutes, in einem erstarrten Tanz zu dem ohrenbetäubenden Heulen der Alarmanlage des reparaturbedürftigen Sportwagens.

Er drückte auf die kaum fingergroße Fernbedienung des Wagens und augenblicklich verstummte das, an seinen Nerven zerrende Geräusch das in potentiellen Dieben Panik auslösen sollte und ließ das Murmeln und die gedämpften Unterhaltungen der geschockten Zuschauer wie ein statisches Hintergrundrauschen in den Vordergrund gleiten. Verflucht. Allein an dieser Straße mit seinen gigantischen, immer baugleichen und verspiegelten Wohneinheiten parkten Tausende von Fahrzeugen, von den freien Flächen abseits der Haltestreifen einmal ganz abgesehen. Warum um Alles in der Welt musste dieses, dem Leben überdrüssig gewordene Mädchen ausgerechnet auf seines stürzen? Diese eher metaphysische Frage, die mit Garantie Niemals zufriedenstellend beantwortet werden konnte und die Frage wie lange es dauern mochte bis sein Sportwagen wieder Repariert und Einsatzbereit sein mochte, beschäftigte ihn in der Tat mehr als die Frage, warum das Mädchen sich für den Tod entschieden hatte. Ohne den Blick von dem toten Mädchen zu lösen trat er näher an sie heran, griff in seine Tasche und holte eine der selbstentzündenden Zigaretten hervor. Ein kurzer Zug am Filter ließ die Spitze der Zigarette entflammen und das altbekannte, stets damit einhergehende Zischen schien die raunenden Geräusche hinter ihm für einen kurzen Augenblick vollkommen zu übertönen. Gewohnheitsmäßig zog er den aromatischen Rauch tief in seine Lunge, ließ ihn dort für einen Moment verharren und stieß ihn in einem langsamen Schwall wieder heraus.

Der Anblick des entstellten Körpers, aus dem noch immer ein nicht endender Schwall aus Blut rann und sich in einer größer werdenden Pfütze vor seinen Füßen sammelte, löste nur wenige Emotionen in ihm aus und hätte ihn vielleicht sogar völlig kalt und desinteressiert zurückgelassen, läge das Mädchen nicht bedauerlicherweise gerade auf seinem Wagen. So jedoch war er gezwungen sich mit der Situation auseinander zu setzen und sein Gehirn beschäftigte sich bereits eigenständig und ohne sein Zutun mit Gedanken und Überlegungen, die ihn im Grunde überhaupt nicht interessierten. Wieso war sie von dem Dach eines der Kilometer hohen Wolkenkratzer gesprungen, die die gesamte, triste Innenstadt völlig dominierten? Und daran dass es sich um Selbstmord handelte, bestand im Grunde keinerlei Zweifel. Neben dem aufgrund zunehmender Überwachung immer weiter sinkender Zahlen von schweren Gewaltverbrechen und Tötungsdelikten, galt Selbstmord in den zivilisierten Teilen der Welt seit mehr als zwei Jahrzehnten als Haupttodesursache überhaupt. Jeden Tag suchten Hunderte alleine in dieser Stadt den Tod, Zehntausende im ganzen Land und eine schlichtweg unbekannte Zahl weltweit. Seit er denken konnte stieg die Selbstmordrate Jahr um Jahr in immer schwindelerregende Höhen, wenn auch bedauerlicherweise noch immer zu langsam um das noch rapider zunehmende Bevölkerungswachstum auch nur nennenswert zu verlangsamen. Im Grunde nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Gründe warum das blauhaarige Mädchen den Tod gesucht haben könnte, waren wahrscheinlich vielfältiger als die Gründe, warum Andere leben wollten. Eine verschmähte oder unglückliche Liebe, für Diejenigen die an die fragwürdige Klassifizierung von niemals Zufriedenstellend zu beschreibenden und stets verwirrenden Gedankengängen glauben mochten, war schon immer einer der Hauptgründe gewesen, dem Wunsch nach der Beendigung des eigenen Lebens nachzukommen. Die Abwärtsspirale der vernichtensten Gefühle, dem die Menschen jemals einen Namen gegeben hatten trieb in jeder Generation Zahllose in die Abgründe der Verzweiflung, verwirrte ihr Denken so stark dass die Vernunft meist vollkommen auf der Strecke blieb und besiegte so die immer geringeren Reste des verbliebenen Selbsterhaltungstriebes.

Oftmals führten auch soziale Isolation, ungewollte oder auch als Lebensweg gewählte Einsamkeit zu dem Drang seinem Leben ein Ende zu setzen. Gerade in einer Gemeinschaft in der immer mehr Menschen auf kleinerem Raum zusammenlebten, in denen das Verlassen der eigenen vier Wände zu einem nicht vermeidbaren Zusammentreffen mit unzähligen Menschen führte, war das Individuum zunehmend allein. Eine wahre Gemeinschaft gab es bereits seit Langem nicht mehr, nur eine unermessliche Zahl von Fremden mit denen man teilweise ein ähnliches Schicksal teilte, was jedoch in den wenigsten Fällen zu Gemeinsamkeiten führte. Die Menschen waren Fremde und umso Näher sie sich durch ihren engen Lebensraum, die weltweite Vernetzung und die Irrelevanz von Entfernungen kamen, umso weiter entfremdeten sie sich voneinander. Selbst Freunde waren Fremde, die nur unbedeutend weniger fremd waren als Andere, über die man sich einbildete viel zu wissen ohne sie jedoch jemals tatsächlich zu kennen. Eigentlich kannte man Niemanden wirklich, in Wirklichkeit war man immer Allein.

Es gar noch zahllose andere Gründe, die gerade junge Menschen in den Tod führen konnten, der Tod eines geliebten Menschen, ein tragischer Verlust des Arbeitsplatzes, digitale Schulden bei einer digitalen Bank, die langen Lieferfristen von Neuwagen oder auch einfach die Erkenntnis dass der Weihnachtsmann nicht wirklich existiert. Oftmals waren es Kurzschlussreaktionen, spontane und aus einer gefühlsmäßigen Extremsituation geborene Entscheidungen, die man wenige Stunden oder gar nur wenige Minuten später wieder verworfen hätte. Situationen in denen ein gutes Timing über Leben und Tod entscheiden konnte und nicht selten die Wirkung verschiedener Drogen überaus hilfreich sein konnte. Süchte und andere, selbst gewählte geistigen Blockaden des eigenen verstörten Denkens reichten oftmals bereits aus, um auch ohne eine besondere Gefühlslage zu nutzen, das spontane Ende seiner Existenz zu beschließen. Immer häufiger jedoch, was zahllose Abschiedsbriefe, Liedtexte und pseudophilosophische Texte beweisen die zunehmend das Netz überfluteten, waren es keine unausgereiften, schnell erdachten und ebenso schnell ausgeführten, sondern langsam gewachsene, durchdachte und mit einer fragwürdigen Logik begründeten Existenzbeendigungen.

Es waren keine offensichtlichen, durch Verluste oder Ängste hervorgerufenen Gründe mehr und auch keine übertriebenen Auswirkungen hoch geputschter Emotionen, es war die unerträgliche Leichtigkeit eines unbeschwerten Seins, das sie nicht länger ertrugen. Es war eben hart eigentlich Alles, nur keine wirklichen Probleme in seinem Leben zu haben. Dazu noch genug Zeit um sich eigene, völlig nichtige Probleme zu schaffen und Gründe zu suchen, warum das Leben gerade jetzt mal wieder nicht lebenswert war. Meist war es das Schlechte der Welt das völlig unerträglich war, eine Welt so schlecht dass eine Schlechtere gar nicht mehr denkbar erschien. Durch den zunehmend vorherrschenden Atheismus blieb dann auch noch der Sinn der Existenz auf der Strecke und natürlich das Nachleben, dass in jeder Religion den wahrscheinlich wichtigsten Stellenwert überhaupt einnimmt. Paradox, wenn man bedenkt dass bereits das erste Leben dem Menschen so furchtbar erscheint und sie dennoch nach einem Weiteren trachten.

Das Schlechte, die Unerträglichkeit und die Sinnlosigkeit die die Menschen in ihrer Welt sahen, war seiner Meinung nach Nichts als eine Folge eines zu guten Lebens. Es ging den Menschen schlichtweg zu gut, ein Zustand der eine der größten Bedrohungen für eine Zivilisation überhaupt darstellen konnte. Die Menschen lebten im Wohlstand, selbst die unter ihnen die als Arm galten schwelgten im Grunde im Luxus, Gefühle von Hunger oder Durst waren ihnen Fremd geworden und keiner hatte noch unter wirklichen Existenzängsten zu leiden. Aber der Mensch brauchte Probleme und Sorgen, sie waren ganz einfach essentiell für sein Wohlbefinden. Er brauchte den Drang mit seiner Umgebung und seiner Welt unzufrieden zu sein und umso perfekter, umso besser seine Welt sein würde, umso mehr Schlechtes würde er in ihr sehen. Wahrscheinlich würden sie sich allesamt Besser fühlen, wenn es ihnen nur etwas Schlechter ginge.

Vielleicht kam den Menschen auch einfach nur ihre Fähigkeit zur Selbsttäuschung abhanden, die unglaubliche Macht sich selbst erfolgreich belügen zu können, bis man willens war zu glauben, was immer man glauben wollte. Den Glauben daran mit seinem Leben zufrieden zu sein, den Glauben an die Schönheit der Welt oder einfach den Glauben an einen Sinn hinter allen Dingen.

Er wusste nicht welche der zahllosen Möglichkeiten, der zahllosen Gründe für eine Beendigung der Existenz das eigenwillige und bis vor kurzem sicher rebellische junge Mädchen gewählt hatte, dessen zerschmetterter und blutiger Körper jetzt sein Auto zierte und im Grunde war es ihm auch völlig egal. Man würde ihre blutigen Überreste von seinem Wagen kratzen und aller Wahrscheinlichkeit nach dem allgegenwärtigen Recyclingprozess zuführen oder ihre verbrannten Überreste, wie in seltenen Fällen noch immer üblich, in einem der endlosen Verwahrungsgänge für eine gefühlte Ewigkeit konservieren. Die Wenigen, denen das Mädchen in dieser zunehmend gefühlskalten Welt vielleicht Etwas bedeutet haben mochte, würden eine Weile um sie trauern und für Diejenigen die ihrem Tod hier unfreiwillig beigewohnt hatten würde sie in Vergessenheit geraten sein, sobald der nächste Selbstmörder, in wahrscheinlich nur wenigen Minuten, auf diese oder eine andere Strasse krachen würde. Die Welt, die Allgemeinheit selbst, konnte sie nicht vergessen, denn sie hatte sie niemals gekannt. Wahrscheinlich würde sie in seinem Kopf sogar am Längsten weiterleben, solange bis sein Sportwagen repariert und wieder fahrtüchtig sein würde.


current mood

14.7.08 05:24
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung