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Traumfragment einer nahezu schlaflosen Nacht


Die Wolken waren in stetiger, unruhiger Bewegung, ballten sich zusammen, umflossen und vereinigten sich in einem verwaschenen Gemälde dunkler Grautöne. Ferner Donner grollte heran, schien das Liebespiel der Wolken zu bescheunigen und den Regen zu Höchstleistungen zu motivieren. Ein zunehmend düsterer Nachmittag, der die Sonne langsam zu einem wagen Objekt der Erinnerung degradierte.

Er ließ seinen Blick über die nassen Häuserfassaden, die lichtlosen Fenster und die in sauberen Reihen geparkten Fahrzeuge gleiten. Alles wirkte so, wie es sein sollte und dennoch vollkommen falsch. Kein Wagen fuhr die verregnete Strasse entlang, keine Menschenseele lief über die mit Pfützen übersäten Bordsteine und suchte Zuflucht in einem der erhöhten Hauseingänge. Kein Licht fiel aus den zahllosen Fenstern auf die Strasse und keine fernen Geräusche waren durch den prasselnden Regen zu vernehmen. Alles wirkte leer und verlassen. Der nicht endende Niederschlag wusch den Unrat und die letzten Spuren der Menschen von den Strassen, nur ihre symmetrische Wohneinheiten und ihre farbenfrohen und dennoch trist wirkenden Fahrzeuge verweilten, Denkmäler einer vergangenen Zeit.

Seine Kleidung war durchnässt und klebte kalt und unangenehm an seinem Körper, die einzelnen Wassertropfen die sich von den nassen Strähnen seiner Haare lösten und ihren Weg über sein Gesicht suchten, vermischten sich mit dem Regen, der ihm entgegenschlug. Sein Körper zitterte vor Kälte während seine Beine ohne sein Zutun ihren langsamen Gang durch die wassergetränkte Welt fortsetzten und ihn tiefer in die Einsamkeit der Stadt trugen.

Eine einzelne, flackernde Straßenlaterne erhellte die Dunkelheit vor dem riesigen Finanzgebäude und tauchte den mit blätterlosen Bäumen und Sträuchern flankierten Platz in ein wechselndes Zwielicht der Schatten. Schatten die namenlose und unbeschreibliche Schrecken verbergen mochten und er wünschte sich, es wäre so. Die Marmorfassade und der prunkvolle, mit Säulen geschmückte Eingang dieses Tempels der modernen Welt erstrahlten in dem unregelmäßig aufblendenden Licht der Laterne, die den breiten Eingang seltsam verheißungsvoll erscheinen ließ. Ein Ort strahlender Reinheit und belangloser Sicherheit, der ein Leben und eine Hoffnung versprach, die längst vergangen waren.

Ohne Ziel setzte er seinen Weg fort, durch die sich immer mehr in Bäche verwandelnden Strassen und an endlosen Reihen herrenloser Immobilen und unerfüllter Träume entlang. Trauer und Entbehrung, Leid und Angst hatten schließlich ein Ende gefunden. Die Qual und der Schmerz waren versiegt, ebenso wie falsche Hoffnungen und kreierter Sinn. Geblieben war nur er oder dass was von ihm verblieben war.

Er war Allein. Aber im Grunde war er das immer gewesen.

current mood

25.6.08 04:30
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



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