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Ekros Bibelstunde Nr. 49


Die Schandtat an Dina und das Blutbad zu Sichem

Dina aber, Leas Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging aus, die Töchter des Landes zu sehen. Als Sichem sie sah, der Sohn des Hiwiters Hamor, der des Landes Herr war, nahm er sie, legte sich zu ihr und tat ihr Gewalt an. Und sein Herz hing an ihr, und er hatte das Mädchen lieb und redete freundlich mit ihr. Und Sichem sprach zu seinem Vater Hamor: Nimm mir das Mädchen zur Frau.

- Lutherbibel 1984, 1. Buch Moses, Kapitel 34, Vers 1-4


Klar, miese Sache die Frau einfach zu nehmen und ihr Gewalt anzutun. Aber immerhin hatte er sie lieb und redete freundlich mit ihr. Und will sie heiraten.

Sowohl Jakob, Dinas Vater wie auch ihre Brüder waren mächtig angefressen als sie von dem Vergehen hörten, das der armen Dina angetan wurde.


Da redete Hamor mit ihnen und sprach: Das Herz meines Sohnes Sichem sehnt sich nach eurer Tochter; gebt sie ihm doch zur Frau. Verschwägert euch mit uns; gebt uns eure Töchter und nehmt ihr unsere Töchter und wohnt bei uns. Das Land soll euch offen sein; bleibt und treibt Handel und werdet ansässig. Und Sichem sprach zu ihrem Vater und zu ihren Brüdern: Laßt mich Gnade bei euch finden; was ihr mir sagt, das will ich geben. Fordert nur getrost von mir Brautpreis und Geschenk, ich will's geben, wie ihr's verlangt; gebt mir nur das Mädchen zur Frau.

- Lutherbibel 1984, 1. Buch Moses, Kapitel 34, Vers 8-12


Aus den Worten von Vater und Sohn spricht echte Reue und sie geben sich unglaublich nett und freundlich. Sie wollen sich verschwägern, bieten Geschenke und wollen sogar zu einem Volk mit den Neuankömmlingen zusammenwachsen. Was will man mehr.


Da antworteten Jakobs Söhne dem Sichem und seinem Vater Hamor hinterhältig, weil ihre Schwester Dina geschändet war, und sprachen zu ihnen: Wir können das nicht tun, daß wir unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben; denn das wäre uns eine Schande. Doch dann wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr uns gleich werdet und alles, was männlich unter euch ist, beschnitten wird. Dann wollen wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen und bei euch wohnen und ein Volk sein. Wenn ihr aber nicht einwilligen wollt, euch zu beschneiden, so wollen wir unsere Schwester nehmen und davonziehen. Die Rede gefiel Hamor und seinem Sohn gut. Und der Jüngling zögerte nicht, dies zu tun; denn er hatte großes Gefallen an der Tochter Jakobs. Und er war mehr angesehen als alle in seines Vaters Hause.

- Lutherbibel 1984, 1. Buch Moses, Kapitel 34, Vers 13-19


Wow, alles für die Liebe und die Versöhnung. Sie sind sogar bereit ihr ganzes Volk beschneiden zu lassen, für die Liebe einer Frau und das Wohlwollen ihrer Brüder. Das nenne ich mal Aufopferung. Sie befahlen also ihrem ganzen Volk die Massenbeschneidung, der lieben Nachbarn willen. Man sollten wirklich denken, dass jetzt alles in Ordnung ist.


Und sie gehorchten dem Hamor und Sichem, seinem Sohn, alle, die zum Tor seiner Stadt aus- und eingingen, und beschnitten alles, was männlich war, das zu seiner Stadt aus- und einging. Aber am dritten Tage, als sie Schmerzen hatten, nahmen die zwei Söhne Jakobs Simeon und Levi, die Brüder der Dina, ein jeder sein Schwert und überfielen die friedliche Stadt und erschlugen alles, was männlich war, und erschlugen auch Hamor und seinen Sohn Sichem mit der Schärfe des Schwerts und nahmen ihre Schwester Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon. Da kamen die Söhne Jakobs über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester geschändet hatte, und nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel und was in der Stadt und auf dem Felde war und alle ihre Habe; alle Kinder und Frauen führten sie gefangen hinweg und plünderten alles, was in den Häusern war.

- Lutherbibel 1984, 1. Buch Moses, Kapitel 34, Vers 24-29


Ja, so kann es einem gehen. Das ist eben die Strafe wenn man zu nett ist, am Ende zahlt man eben dafür. Als Einziger war Jakob nicht glücklich über den Ausgang der ganzen Sache.


Aber Jakob sprach zu Simeon und Levi: Ihr habt mich ins Unglück gestürzt und in Verruf gebracht bei den Bewohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Perisitern, und ich habe nur wenige Leute. Wenn sie sich nun gegen mich versammeln, werden sie mich erschlagen. So werde ich vertilgt samt meinem Hause. Sie antworteten aber: Durfte er denn an unserer Schwester wie an einer Hure handeln?

- Lutherbibel 1984, 1. Buch Moses, Kapitel 34, Vers 30-31


Selbst dem guten Jakob, Gottes zu dieser Zeit bevorzugtem Sklaven, sind die Morde an allen Männern und die Versklavung sämtlicher Frauen völlig gleichgültig, er macht sich nur Sorgen um sein eigenes Leben.

Sehr großmütig. Und immer dran denken. Ein Bestrafung sollte dem Vergehen angemessen sein und eine Hure ist nicht gleichzusetzen mit einem Opfer einer Vergewaltigung. Habe ich bisher zumindest immer gedacht.


Und die Moral von der Geschicht,
beschneiden lasse ich mich nicht.


current mood

6.11.07 18:09
 
Letzte Einträge: 80s (02.10.2010), 80s (06.11.2010), 80s Party - Samstag, 05.02.2011



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